Samstag, 1. Oktober 2022

Auch Enten machen Ferien am Meer

Was schottische Strände besser können als die in der Karibik? Leere Strände. Aber fangen wir vorne an, denn am heutigen regnerischen Herbsttag nehme ich euch mit auf unseren sommerlichen Strandspaziergang. Die kurze Wanderung zum Tyninghame Beach, war mit 2,5 Stunden ausgeschrieben. Aber es hat so viele schöne Stellen, wo man einfach stehenbleiben oder sich hinsetzen und geniessen muss, dass man locker ein paar Stunden mehr dort verbringen kann. Wenn man die kleine Zufahrt erstmal gefunden hat, was gar nicht so einfach ist, denn das Navi kannte diesen Ort nicht. Aber wo ein Wille, da eine Alex. Denn wenn die sich was in den Kopf gesetzt hat, findet sie den Weg dahin. 😇


Der Weg führte zunächst einen etwas langweiligen Pfad entlang, doch dann stand man plötzlich an der Küste. Wir lieben es auf den Steinen herumzukrabbeln und zu schauen, was sich da so tummelt. 




Immer wieder beeindruckend, wie Leben sich durchsetzt.

Ausser uns, waren kaum Menschen unterwegs ... 

... nur ein paar Kormorane genossen die Sonne.

Der Pfad führte über eine kleine Kuppe ...


... zum Strand.

Wer sich da wohl die Mühe gemacht hat?


Yess... Sandstrand. Da gibt es für die Alex jeweils kein Halten mehr.

Während mein Mann sich noch darüber Gedanken macht, wie er den Sand anschliessend wieder von den Füssen bekommt, fliegen bei mir schon die Schuhe weg.

Diese Ente liess sich durch meine Käsefüsse nicht stören. 

Warum auch, es hat ja reichlich Platz.

Ja, natürlich musste ich auch ins Wasser, wenn auch nur bis zu den Knien, da ich meine Badesachen nicht dabei hatte. Ein schwerer Fehler, denn das Wasser war gar nicht sooo kalt. 

Auch er hatte seinen Spass.

Irgendwann mussten wir aber trotzdem den Rückweg antreten... seufz. Die einen mit trockenen und sauberen Füssen, die anderen ... na ja, sagen wir es so, es knirschte etwas zwischen den Zehen *kicher*.



Auf der Heimfahrt hielten wir dann noch rasch beim Tantallon Castle:


Einmal mehr war der Zugang zur Ruine verwehrt. Aber zumindest gab es ein Schoko-Minz-Eis. Mmmmmh, ja ich weiss, ich bin ein Süsskram-Junkie.

Aber nebst der Schleckerei gab es auch noch einen wunderbaren Blick auf den Bass Rock und seinen Leuchtturm. Die Insel ist bei den Seevögeln ein beliebter Brutplatz.

Dieser kleine Wicht hier, ist bestimmt froh, ausser Reichweite der hungrigen Schnäbel zu sein.

Soderle, das war's für heute. Geniesst das Schmuddelwetter und kuschelt euch zuhause warm ein.
En liebe Gruess

Alex
 

Sonntag, 11. September 2022

Rosslyn Chapel

Heute nehme ich euch mit zur Rosslyn Chapel. Vielleicht ist sie euch ein Begriff, da ihr den Thriller von Dan Brown "Sakrileg" gelesen habt. Ich habe schon einige alte Kirchen gesehen, aber diese hier ist wirklich etwas ganz Besonderes. Die Arbeiten der Steinmetze im Inneren der Kapelle lassen einem schweigend Staunen. Naiv wie wir waren, dachten wir, wir könnten ohne ein Vorabbuchung direkt an der Kasse ein Ticket kaufen. Aber an diesem sonnigen Sonntag, waren wir nicht die einzigen Besucher, und so mussten wir vorerst unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Egal, so nutzten wir die Gelegenheit zu einer Wanderung, die von der Rosslyn Chapel aus startete. Vorbei an einem Friedhof ging es hinunter zu einer Art Schlucht.

In dem mystischen Wald trafen wir auf eine Ruine, die vermutlich früher eine Wassermühle war. Es hätte mich irgendwie nicht gewundert, wenn Robin Hood da irgendwo hervorgesprungen wäre... okay, der lebte in einer anderen Gegend auf der Insel, aber der Wald... na ja, lassen wir das.

Durch die Schlucht (okay, ein Schweizer würde ein Bach mit etwas Felsen drumherum jetzt noch nicht zwingend eine Schlucht nennen, aber für britische Verhältnisse lassen wir das jetzt mal durchgehen) führte der Weg weiter ...
... über Felder...
... zu hübschen Dörfern. Yep, hier hätte ich einziehen können. Allein schon wegen der hübschen Eingangstüre. Die Wanderung dauerte zirka 2,5 Stunden und war als Alternative ganz nett.


Aber zwei Tage später war es dann endlich soweit: Man liess uns eintreten.

Leider durfte man drinnen nicht fotografieren. Aber es gibt ausreichend Material zur Kapelle im Internet, wenn ihr neugierig geworden seid, zum Beispiel auf Youtube:


Was man draussen an der Fassade sieht, ist nichts gegenüber dem Inneren. Die Steinmetze konnten sich in dieser Kapelle so richtig austoben. Unglaublich, was sie geleistet haben und die Geschichten, die hinter jeder Figur stecken, sind spannend und faszinierend zu gleich. Kein Wunder hat diese Kapelle die Fantasie von Dan Brown angeregt. 

Gruselig und schön zu gleich.







Nur dieser neuere Teil, fand ich irgendwie unpassend zum Rest. 
Nach der Besichtigung der Kapelle machten wir uns noch auf den Weg zur Burgruine von Roslin. 

 Okay, viel gab es da nicht mehr zu sehen. Aber wo Ruine draufsteht, ist wohl auch Ruine zu sehen. 👀

Wenn ihr mal in den Nähe von Edinburgh seid, solltet ihr der Rosslyn Chapel unbedingt einen Besuch abstatten. Sie ist es definitiv wert.

Das war's mal wieder für heute. Habt einen guten Start in die neue Woche.
En liebe Gruess

Alex

Sonntag, 28. August 2022

Highland Games

 Natürlich wollten wir während unserer Schottland Reise endlich mal die berühmt-berüchtigten Highland Games sehen. Wir hatten Glück, ganz in der Nähe von Edinburgh, um genauer zu sein in Alva, ging so ein Spektakel über die Bühne. Es war anders als erwartet... vermutlich nicht für Touristen gedacht ... aber es war ein Erlebnis. Und es gab Dudelsackmusik... jupiiiii, da musste ich natürlich hin.

Die Mädels hatten es echt drauf.

Seufz... hätte ich ein Mädel, hätte ich das arme Ding wohl gezwungen, eine schottische Tänzerin zu werden. Gut hat das Universum das verhindert 😁

Keine zu klein, eine schottische Tänzerin zu sein... aaahhh, Zuckerschock pur.

Und er hier hat sich einen Ast abgedudelt. Er liess sich auch nicht beirren, als die Alloa Bowmar Pipe Band ihren Auftritt hatte. Nein, er hatte den Auftrag für die Tänzerinnen zu spielen, also wird gespielt, bis zum bitteren Ende ... auch wenn man ihn kaum noch hörte.



Radrennen über die Wiese... why not? Erstaunlicherweise sind alle heil im Ziel angekommen.

Jump and Smile? Hmm, gehüpft sind die Jungs danach schon ... irgendwie... aber gesmiled? Na ja lassen wir das, sind eben echte Kerle.
Die verschiedenen Länderflaggen, die ihr aufgestellt seht, stehen da, weil an den Wettbewerben verschiedene Nationen teilgenommen haben. 

Hui, was für ein Hüftschwung! Da flattert der Schottenrock im Wind.

Dann kamen sie: The Alloa Bowmar Pipe Band. Da mein Video für Blogger zu gross ist, könnt ihr auf Youtube eine Hörprobe erhaschen.


Kurz darauf sahen wir, wie sich Kinder für ein Rennen aufstellten.


Wir dachten noch, es gehe vielleicht ein oder zwei Mal um das Feld herum. Aber nö, schottische Kinder sind keine Weicheier. Hinter dem Spielfeld begannen nämlich die Highlands (oder so 😎). Die Hill Race hatten gestartet. 
Das hier war die Kinder Edition (unter 12 Jährige), bei welcher mir bereits allein die Vorstellung den Atem raubte, da hinaufrennen zu müssen. Die Erwachsenen Version führte dann deutlich weiter nach oben. Huiuiuiui, die Kleinen hatten meine absolute Hochachtung, als sie verschwitzt und mit schmutzigen Hintern ins Ziel eingelaufen kamen. 

Ja, die Schotten kennen kein Erbarmen. 😂😃😎

Diese Highland Games glichen einem Volksfest und keiner Touristenshow. Es war amüsant, da einzutauchen. Mehr Fotos findet ihr beim Veranstalter: Alva Games (ukctest.co.uk)

In Alva fand ich zudem einen Shop namens Higgeldy Piggledy. Mann, Mann, darin gab es wirklich alles... ausser Platz. Man konnte sich kaum umdrehen, aber ich ging mit einem breiten Grinsen aus dem kleinen Laden, denn ich hatte eeeendlich Tweed-Stoff kaufen können. 

Unser nächstes Ziel war Stirling. Eigentlich wollten wir zuerst Stirling Castle besuchen, doch dann kam das Wallace Monument dazwischen.

Ja, man sieht es dem Foto nicht an, aber es hiess 246 Stufen zu erklimmen und das nachdem man zuerst den Hügel zum Monument hinaufgeschnauft war. 


Unterwegs gab es aber die eine oder andere gemütliche Sitzgelegenheit. Und die 246 Stufen im Turm waren von ein paar Etagen unterbrochen. Das musste auch so sein, denn der Bereich der Treppe war so schmal, dass zwei Personen kaum aneinander vorbeikamen. Daher war es auch nicht erlaubt, einen Rucksack mit hinaufzunehmen.

Aber oben angekommen, entschädigte einem die Aussicht für alles... sofern man Schwindelfrei ist. Booooah, war das hoch! Ich glaube ja ehrlich gesagt nicht, dass die wirklich Gefahr von Räubern und Engländern unten auf der Ebene ausgegangen war, sondern wohl eher von den steilen Stufen hier hoch. Aber vermutlich hatte man schon früher lieber gesagt, dass einer im Kampf ums Leben gekommen war, als dass er beim Treppensteigen gestolpert war... ja, ja, die Geschichte... sie wird auch nur von Menschen erzählt.


Links sind die Hügel, auf welche die Schotten ihre Kinder in den Hillraces jagen. Bei uns würde sich da wohl die KESB einschalten 😁

Schön wars... und am Abend ging's wieder zurück in den heimischen Stall der Eastside Cottages.

Habt einen guten Wochenstart!
En liebe Gruess

Alex