Sonntag, 24. April 2022

Wer ist hier ein Senior?

Noah, Chefgärtner, Philosoph, Menschen-Erzieher und ... drei Zähne besitzender Senior. Hüstel, das darf ich auch nur schreiben, wenn der Herr nicht mitliest. Denn obwohl der kleine Rote gefühlte 22 Stunden am Tag verpennt, stellt er in den restlichen zwei Stunden des Tages Unsinn an, als wäre er gefühlte zwei Jahre jung. Ihr glaubt das nicht? Okay, dann nehme ich euch mal mit in die vergangene Woche ...


Ostern ist ja nun vorbei

... aber der Herr schläft trotzdem weiter als gäbe es draussen nichts zu tun.

Diese Teufelshörnchen gehören nicht mir, obwohl sie mir und auch Noah zwischendurch ganz gut stehen. Nein, diese Hörnchen gehören den Hostas und ich freue mich schon drauf, wenn sie ihre riesigen Blätter ausrollen. 

Nein, das ist kein Unkraut, das ist Bienenfutter. Ich mag Löwenzahn und so darf er in meinem Garten an einigen Stellen gern auch wachsen.

Gestern überkam meinen Mann einen kurzen (sehr, sehr kurzen) Moment eines Arbeitsanfalls und er meinte tatsächlich den Rasen mähen zu müssen. Neeeeeiiiin! Schön, es brauchte von mir keine grosse Überredungskunst, um ihn davon abzuhalten. Aber mal ehrlich: Wer könnte so eine schöne Blümchenwiese jetzt einfach niedermähen. 

Ist doch hübsch und die Insekten haben so auch noch was zu futtern. Ich bin ja ein bekennender England-Fan, aber der englische Rasen passt einfach nicht in den Gwundergarten. Lieber trinke ich stattdessen ein Tässchen Tee auf der Blümchenwiese. Good save the queen and the bees!

Oha lätz, der Kater ist aufgewacht und gönnt sich zuerst einen Schluck Gwundergarten Schleimteich Brew. Er schwört drauf, das sei ein völliger Jungbrunnen... jäh so... ich bleibe trotzdem lieber beim Gin Tonic.

Und geniesse stattdessen den betörenden Duft des Osmanthus, der über dem Teich wächst,...

.. und den Blick hinauf zur Terrasse, über der ein feiner Blütenregen von der Wildkirsche rieselt.

Ansonsten ist gerade die Tulpenzeit im Gwundergarten angebrochen.

Im Glyzinienbeet erscheinen schon seit Jahren weisse Tulpen. Ursprünglich waren noch schwarze dabei, aber ich vermut, die sind im Mäusemagen gelandet. 

Diese Kombi ist nicht ganz so, wie ich sie haben wollte, denn die orangefarbenen Tulpen sind schon fast vorbei, während die dunkle Sorte erst zu blühen beginnt.


Aber die Idee zu dieser etwas bunteren Gestaltung kam mir im letzten Jahr so spät, dass die gewünschten Sorten schon nicht mehr erhältlich waren. Irgendwie gefällt mir die Mischung aber trotzdem.

Während ich noch die Tulpen ins rechte Licht setze, kriegen wir Besuch. Ist das nicht ein mega herziger Kerli? Und er hatte ja sowas von Glück. Als seine ehemalige Halterin in Bulgarien verstarb, landete er auf der Strasse, resp. wich nicht vom Grab seiner Freundin, bis ihn Tierschützer an sich nahmen. Vermutlich glaubte er, sein letztes Stündlein habe geschlagen, als er per Flieger in die Schweiz reisen musste. Doch der etwas ältere Hundeherr fand hier den Himmel auf Erden, weil er ein neues, liebevolles Zuhause bekam. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn und seine Familie auf ihrem Spaziergang begegne.
 

Aber Noah nimmt schon die Haltung ein: "Duuuuu kommst hier niiiiicht vorbei!"
"Ist okay, alter Junge, der Hund geht weiter Zeitunglesen und lässt dich in Ruhe. Komm, wir pirschen weiter durch den Garten."
"Wen nennst du hier alt?"
"Ähm, niemanden, das ist nur so eine Redensart..."


Puh, er hat's geglaubt. Weiter geht's. 

Okay, mein Geschmack ändert sich anscheinend mit zunehmenden Alter. Rote Tulpen waren für mich früher ein No Go. Aber mal ehrlich, sind die nicht hübsch? Und so richtig rot sind sie ja eigentlich nicht wirklich, oder?


Uhhhh. und Orange, das war für mich auch immer ein absolutes Verbrechen im Garten. Aber wer könnte Nelkenwurz schon widerstehen?


Der ist doch wirklich hübsch und so ein praktischer Lückenfüller.


Ja, ich weiss, die gelbe Sorte ist Unkraut und kann einem den letzten Nerv klauen, aber das ist doch was ganz anderes. Gezüchtet um Freude zu bereiten, ne? 

Okay, ob mir das hier Freude bereiten wird, weiss ich noch nicht. Ist ein Experiment. Ich habe ein Storchenschnabel, der Halbschatten verträgt in einen Topf verfrachtet und unter dem Ahornbaum aufgehängt. Zum Sterben verurteilt? Ich hoffe es nicht und ansonsten versuche ich ihn rechtzeitig irgendwo in die Erde zu verfrachten. 

Aber ja, das verspricht Freude ... grosse Freude. Eine lilafarbene Baumpfingstrose. Bald, bald geht's los mit den Blüten.

Apropos Blüten: Wo Blüte, da auch Früchte, oder? Es wäre ja zu schön, wenn ich mal eine Birne ernten dürfte von unserem Säulenbirnchen. Nur eine... ich bin ja genügsam ... und Früchte sind ja jetzt auch nicht so unbedingt meins. Aber bei den eigenen Birnen ist das bestimmt gaaaaaanz anders.

Ähm ja und nun zurück zu Noah. Ich sag's ja, der Opa hat noch Hummeln im Hintern.

Aber ganz ehrlich? Ich liebe es, wenn er Unsinn im Kopf hat und jede Ecke erkunden muss.
Aber das Quietschgeräusch von seinen wetzenden Krallen über diese seltsame Platte erspare ich euch lieber. Ich vermute, das war allein für meine Ohren gedacht. Danke, mein Roter.


Blau steht ihm, okay grün auch und gelb und rot und ... ja, er ist einfach der Schönste, der Klügste, der...

... der auf jedes Foto mit drauf will.

Selbst wenn ich nur ein Schnecki fotografieren will ...


Der Fotobomber steht bereit.
Auch ein schöner Rücken kann entzücken... aber nicht dein Hintern, Herrgott noch mal, Noah!

Seufz, hoffnungslos. Besser ich widme mich nochmal den Blümchen. Guckt, die erste Rose blüht ... ja und das im April. 
Die Blüte ist noch zaghaft, aber da wird mehr kommen *freu*.

Die Rosen in den Töpfen sehen auch viel versprechend aus. 


Hüstel... ja, das ist eine historische Rose mit dem Namen "Stinker". Sie hat statt Dornen Krallen und der Duft... na ja, nicht immer rosig, aber dafür kann man besser mit ihr Kuscheln. Sie hat statt Läuse gerne Zecken. Aber ihr grosser Vorteil ist, sie kommt meistens, wenn man sie ruft, sie wässert sich selbst und blüht das ganze Jahr über :) Oh je, oh je... der Vergleich hinkt fürchterlich und dabei hatte ich noch gar keinen Gin Tonic.


Ja, da geht selbst der Kater die Wände hoch.

Besser wir kehren zurück zu den Blümchen, da flippt Frau Gwundergarten etwas weniger aus. Die erste Clematis verzaubert mit ihren Glöckchen.

Schöner Wohnen auf dem Dach des Igelrestaurants.



Und überall im Gwundergarten blühen nun die Kaukasischen Vergissmeinnicht. Sie gehören zum Frühling ...

... wie die Schnecken zum feuchten Wetter. Man muss wieder bei jedem Tritt aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf sie tritt.

Aber der Regen ist herzlich willkommen. Der Garten braucht dringend Wasser und ich bin froh, wenn das die Natur selbst erledigt. Giesskannen schleppen wird noch früh genug angesagt sein. 

So ihr Lieben, Jungspunt Noah und ich verabschieden uns mal wieder und wünschen euch einen wunderbaren Start in die neue Woche.

Alles Liebe

Alex & Noah


 

Sonntag, 27. März 2022

Frühlingsgefühle

Ich weiss, seine Mimik sieht nicht gerade nach purer Freude aus. Aber er hatte auch mal wieder eine harte Zeit hinter sich. Unser Katerchen wird eben älter, aber es ist auch wie verhext, jeden Frühling darf ich mit ihm bei der Tierärztin vorstellig werden, weil Herr Kater nicht frisst. Dieses Mal war es erneut die Bauchspeicheldrüse. Mittlerweile mag er zwar wieder fressen, aber den Appetit von früher hat er noch nicht... ausser wenn Vogel auf seinem eigenen Menüplan steht *grummel*. Wir sind jetzt dabei, ihn homöopathisch zu behandeln. Danke, liebe Frau Hummel, für den heissen Tipp. Ich bin sehr gespannt, was wir erreichen werden.

Aber zurück zum Frühling. Denn der ist da und wie!

Den einen mag er zu früh sein... so wie meinem Mann, der schon fürchtet bald wieder den Rasenmäher betätigen zu müssen.... aber ich freue mich einfach nur über die Blütenpracht. 


Die Helleboren haben unseren Garten fest im Griff. Diese hier weist noch ein paar Spuren Sahara-Staub auf, die das bisschen Regen leider nicht hatte wegduschen können. 


Die gesprenkelte Sorte ist zwar hübsch anzusehen, aber so richtig wohl scheint es ihr hier nicht zu sein. Ist wohl zu etepetete für meinen Gwundergarten.

Den Wilden gefällt es da wesentlich besser. Psst... ich habe nicht eine davon gesetzt. Sie wachsen schon seit Jahren in unserem Garten und vermehren sich wie verrückt.

Ein paar gezüchteten Sorten gefällt es aber dennoch. Nur fragt mich bloss nicht nach deren Namen. Ich meine, was soll das? Die Pflanzen wissen bestimmt auch nicht wie ich heisse und auch ich nehme das nicht persönlich. Die sollen sich mal nicht so anstellen...

Ist die nicht der Hammer? Dummerweise habe ich sie sehr nahe bei einer Hebe gepflanzt, so dass sie kaum zur Geltung kommt. Das sollte Frau bald einmal ändern.




Dieses wunderbare Wintergeissblatt habe ich von einer Gartenkollegin als winziger Steckling erhalten. Die Bienen lieben diesen Strauch ebenso wie ich, allerdings scheine ich deutlich früher aufzustehen als die angeblich so emsigen Arbeiterinnen... tse, tse.

Und hier noch eine Nahaufnahme. Den Duft kann ich euch leider nicht mitliefern. Er ist aber herrlich.

Okay, habe verstanden. Der gehört heute nicht mir.

Mit Frühling verbinde ich auch immer Primelchen. Sie wachsen buchstäblich aus jeder Ritze in unserem Garten.

Noah im Blütenmeer.


Na ja, in seinem Alter reicht es leider nicht mehr für eine Kletteraktion, aber für ein paar Dehnübungen ist er immer zu haben.

Im Waldgarten bezaubert das Elfenblümchen Amber Queen...

... nebst der weissen Form der Schachbrettblume.

Nein, Noah, vor dem ersten Kaffee helfe ich dir noch nicht Bäume schubsen. Die Kastanie bleibt schön da, wo sie ist.


Hach, da geht doch gleich die Sonne auf.

Aber ein bisschen Irre sind sie schon, die Pflanzen. Schaut euch mal diese Rose an! Und das im März!!! Ich wage mir nicht vorzustellen, wie das in diesem Jahr temperaturmässig noch kommen soll. Aber egal, über das Wetter wird nicht gejammert, dazu ist es erstens heute zu schön und zweitens kann man es sowieso nicht ändern... aber gegen ein bisschen Regen hätten wir wohl alle nichts einzuwenden, oder?

Habt einen genussvollen Sonntag und macht es wie der Noah: Lasst euch die Sonne etwas auf den Pelz scheinen.

En liebe Gruess

Alex & Noah