Samstag, 19. November 2022

Buntes Chaos


 Habe ich schon mal erwähnt, dass ich den Herbst mag? Bestimmt so an die tausend Mal 😊. Aber in Sachen Farbe kann ihm einfach kaum einer was nachmachen. Okay, ein bisschen chaotisch ist er auch, aber das gehört doch zu einem Künstler dazu. 


Das Sommerhäuschen ist im Herbst aber nur noch selten besucht. Bin eben ein "Gfrörli" und mag es doch ein paar grad Wärmer zum Schreiben. 

Auch um den Liegestuhl gibt es im Moment keinen Streit. Den Katerchen mag's jetzt auch gern ein bisschen wärmer:

Yep, das ist schon mehr nach seinem Geschmack. Neulich Abend, als ich von der Arbeit nach Hause kam, trabte er zügig an mir vorbei ins Haus und tat als wäre nichts gewesen. Aber meinem geschulten Auge entging die Vogelfeder an seiner Pfote nicht. So wunderte mich seine Appetitlosigkeit nicht wirklich. Obwohl ... Jagdtrophäen hat unserer älterer Herr schon länger keine mehr angeschleppt. Ist er vielleicht doch krank? *kopfkratz*

Aber nein, am nächsten Tag fand ich die Überreste. Ha, der kann's also doch noch, habe ich mir so gedacht. Bis ich in die Küche ging und mir was am Fenster auffiel:

Man muss jetzt nicht unbedingt Sherlock Holmes sein, um sich die Geschichte zusammenreimen zu können, oder? Vogel fliegt in die Scheibe, Katerchen wartet mit offener Schnute darunter und stellt fest: Schlaraffenland ist kein Märchen. Hmm, warum passiert mir das nie mit Schoggi. Ich würde auch nicht so eine Schweinerei hinterlassen wie unser Herr Kater. Versprochen. Aber zurück zum eigentlichen Thema: Buntes Chaos:

Ja, man könnte jetzt Ordnung schaffen im Garten, wenn man den wollte.

Will ich aber nicht.

Den irgendwie gefällt mir das Chaos. Zumal ich auch weiss, dass Herr und Frau Igel sowie die Insekten das zu schätzen wissen. Was für eine herrliche Entschuldigung so richtig schön faul zu sein. Bitte, sehr gern geschehen, liebe Natur ... ich helfe doch, wo ich kann.😂

So auch den Stacheltieren. Diese Favela ist ein Futterhäuschen für die Igel, das auch rege genutzt wird. Lasst uns mal reinschauen, denn ihr werdet gleich sehen... 


... auch die Igel sind ziemliche Chaoten. Sie haben Blätter in das Häuschen geschleppt. Nein, nicht um sich ein Winterunterschlupf zu bauen, denn den haben sie bereits nebenan:

Und dieser kuschelige Unterschlupf ist auch bezogen, wie man an den niedergetrampelten Blätter sieht... okay, kommt jetzt auf dem Bild nicht wirklich rüber, aber da müsst ihr mir jetzt schon mal vertrauen. Aber zurück zum Futterhäuschen. Warum hat Herr oder Frau Igel da nun Blätter reingetragen. 


Wenn man genau hinschaut, sieht man's: Unter dem Laub befindet sich nämlich die gutgefüllt Futterschale. Schlaues Igelchen, versteckt sich seinen Vorrat.


Und während die Blätter noch purzeln ...

... denken einige schon es sei Frühling. Hallo, geht's noch?! Der erst im Frühling gepflanzte Bodnant Schneeball zeigt bereits Blüten, die eigentlich  im März den Garten beduften sollten. Uiuiuiui... hoffentlich geht das gut, wenn es doch mal wieder Schnee geben sollte.

Auch dieser Nieswurz ist sehr früh dran. Es scheint fast, als hätte er Einschusslöcher: "Zurück! Unter die Erde mit dir oder ich schiesse." Tse, dabei geht es im Gwundergarten wirklich friedlich zu und her. Da darf doch (fast) jeder wie er will.

Die letzten Rosen.

Ja, die Princess Anne schaut nicht mehr ganz so glücklich aus. Aber dafür kann ich ausnahmsweise mal nix.


Hortensien. Sofern sie Wasser kriegen, sind sie die dankbarsten Pflanzen dieser Welt. Vom ersten Blattaustrieb bis in den späten Herbst sind sie doch einfach nur schön und man hat kaum Arbeit mit ihnen.

Nein, deswegen muss du nun wirklich nicht Rot werden, liebe Hortensie... du hast das Lob echt verdient. 

Huuuuaaaargh! Was ist das denn? Nein, ich habe keine Angst vor Mäusen (ich finde sie sogar echt putzig), aber das hier geht definitiv zu weit:

Das heisst wohl, Tschüss du hübsche Rose. Es war nett, dich während einer Saison gesehen zu haben, aber du wirst in einem Mäusemagen dein Ende finden *schluchz*. Ich könnte ja vielleicht zur Ablenkung eine Tulpenzwiebel in das Loch stopfen. Vielleicht würde das Mäuschen ja auf den Tauschhandel eingehen?

Zwiebeln hätte ich ... etwas mehr als 100 Stk.. Aber nein, die sind wirklich viel zu schön, um sie an Mäuse zu verfuttern. Daher habe ich mich auch dazu entschieden, sie ...

... in Töpfe zu verfrachten. Ich habe der Gärtnerei meines Vertrauens völlig freie Hand gelassen und lediglich meine Farbwünsche geäussert: Orange, Schwarz, Magenta, Lila. Ja, ich weiss, klingt nach Augenkrebs, aber schaut mal, was ich Hübsches erhalten habe.

Königin Wilhelmina
Copper Image
Parrot Prince
Je t'aime
Black Hero
Orange Princess
Merlot
Purple Dream
Amazing Parrot
Bleu Aimable
Queen of Night
Fringed Mistery


Rund sieben Töpfe stehen jetzt im Garten und warten auf den Frühling, dreissig der Zwiebeln sind im Beet gelandet und wehe, weeeeehee ein Mäusezähnchen wagt es auch nur leicht daran zu knabbern.... nein, auch nicht nur kurz mal probieren! Ja, ihr kennt mich *seufz*. Natürlich würde ich dem Mäuschen nichts tun und ihm eher noch eine Landkarte zu den Zwiebeln zeichnen, aber ... ich habe ja meine Geheimwaffe: unseren Kater. Der hat doch sage und schreibe noch drei Zähne übrig... oder so was Ähnliches. Wir sind ein Team: Ich öffne seinen Futterbeutel und er schaut die Mäuschen bedrohlich an. Das ist doch mal eine Arbeitsteilung, ne. Bleibt nur zu hoffen, dass er ihnen nicht verrät, dass er keine Mäuse mehr verträgt und lieber etwas Leichteres zu sich nimmt.


So, und nachdem ich zumindest auf dem Rasen etwas Ordnung geschaffen habe, ist mein Tageswerk getan. Habt alle ein gemütliches Wochenende.

En liebe Gruess
Alex

Freitag, 28. Oktober 2022

Begegnungen


Die letzten beiden Wochen hatte ich Ferien. Herrlich, was für ein Luxus einfach Tun und Lassen zu können, was man will. Okay, dass ich mich morgens jeweils schon vor halb acht Uhr aus dem Bett gequält habe war jetzt nicht wirklich so mein absolutes Ferienfeeling, aber... meine alten Knochen brauchten mal wieder Bewegung. Und so hatte ich mir vorgenommen, täglich mindestens eine halbe Stunde Spazieren zu gehen. Und ja, ich habe mit wenigen Ausnahmen durchgehalten... bei jedem Wetter *Schulterklopf*.
Meistens lachte die Sonne und es viel mir leichter aus dem Bett zu hüpfen, um der Welt guten Morgen zu sagen. 
So zieht man sich den Herbst doch wirklich gern rein, oder?


Könnt ihr normal durchs Laub gehen ohne loswuscheln zu müssen - also ohne die Füsse nachzuziehen, um das Wisch-Wusch-Geräusch zu erzeugen? Ich krieg's nicht hin. 😀
Oha, da habe ich ein Reh beim Frühstück gestört... Tschuldigung.

Manchmal war das Licht fast schon magisch.


Aber nicht jeder Morgen war so wolkenlos. 

Mein gewählter Weg mochte oftmals derselbe gewesen sein, doch immer gab's was Neues zu sehen (okay, das Dorf war jetzt schon da und ist nicht plötzlich aus einem Erdloch hochgeploppt)...
... oder eine andere Stimmung aufzusaugen. 

Und fast immer gab's eine tierische Begegnung.

Welch erfreulicher Anblick: Nicht oft habe ich bei uns in der Schweiz das Muhneli noch auf der Weide sehen können. Allerdings scheint mir dieser hier noch ziemlich jung zu sein und noch nicht so richtig zu wissen, was er mit den Weibern anfangen soll 😏.
Tja und ein paar hundert Meter weiter, kam dann dieses wilde Tier auf mich zu. Okay, die Fahnenstang stand nach oben, da war klar, was Madam wollte. 
Was sie wohl im Blick hat? Ah ich seh's: eine Bank. Zielstrebig tapste sie voran - immer mit dem Blick zurück, ob ich denn auch folge. Klar, ich bin von meiner eigenen Schiefschnute schliesslich gut abgerichtet worden. 
Und so habe ich eine Zwangspause eingelegt. 


Mit dem Blick nach oben. Hätte ja auch beinahe etwas verpasst. Keine Ahnung wer da vorbeigeflattert ist, aber es sah nach einer weiten Reise aus.
Ihr war das egal. Hauptsache der Po hatte einen trockenen und warmen Ruheplatz. 
Oh, entschuldige, ich habe vergessen zu knuddeln. Besser ich lege den Fotoapparat jetzt weg, sonst kriege ich noch eine gewischt.
Irgendwann wurde ich dann aus den Klauen entlassen und durfte weitergehen. 
Heimkommen ist auch immer wieder schön. Und dann gibt's erstmal Frühstück.

Wie gesagt, nicht immer war das Wetter sonnigwonnig. Aber Nebel hat doch auch was. Findet ihr nicht?
Mystisch. 
Als wär's ein Zauberwald...
... mit etwas zu gross geratenen Kobolden, die auf der Wiese auf das Ding aus dem Nebel warteten.
Aber selbst bei Nebel gab's immer wieder etwas zu bestaunen...
... und auch diese Begegnung zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.
Doch ganz ehrlich? Bei Noah zu kuscheln ist doch gemütlicher, als im Nebel herumzuwandern.

Soderle, und nun noch ganz hurtig im Schnelldurchlauf ein paar Gründe, warum ihr euch den 5. November 2022 dick im Kalender anstreichen sollt: von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr findet in der Garage Wetzikon, Bahnhofstrasse 24, der Markt von Federfrei and Friends statt. Ich gehöre zu den Friends und habe die Ferien genutzt, um die Nähmaschine heiss nähen, die Stricknadeln klimpern, die Tassen scheppern und die Seifen in ihre Verpackungne hüpfen zu lassen. Schaut selbst:
Die Taschen oben und unten sind aus Tweed Stoff entstanden (kombiniert mit Kunstleder), den ich von meinem letzten Schottland Urlaub mitgebracht habe. 


Kaffee-Seife
Ebenfalls Seife (drei verschiedene Düfte erwarten euch)
Tassen-Kerzen


Etagere mit Heu-Herz.
Fotokarten und Baby-Schühchen
Natürlich: Die Bücher werde ich auch mitnehmen.
Shoppers für jede Lebenslage





Ach ja, und ich weiss nicht, ob man es euch schon gesagt hat, aber die Heizungen werden in diesem Winter runtergedreht. Also nichts wie ran an die "Amedisli".

Soderle, ich bin bereit für den Markt. Würde mich sehr freuen, wenn Federfrei und ihre Friends sich nicht allein in der Garage Wetzikon die Füsse in den Bauch stehen müssen. Psst, es gibt auch einen Barbetrieb (mit diversen Leckereien), Poetry Slams und eine Kinderbuch-Lesung... nur für den Fall, dass die Fotos noch nicht gereicht haben sollen 😎. 

Bis bald und habt ein schönes Wochenende.
Alex