Sonntag, 11. September 2022

Rosslyn Chapel

Heute nehme ich euch mit zur Rosslyn Chapel. Vielleicht ist sie euch ein Begriff, da ihr den Thriller von Dan Brown "Sakrileg" gelesen habt. Ich habe schon einige alte Kirchen gesehen, aber diese hier ist wirklich etwas ganz Besonderes. Die Arbeiten der Steinmetze im Inneren der Kapelle lassen einem schweigend Staunen. Naiv wie wir waren, dachten wir, wir könnten ohne ein Vorabbuchung direkt an der Kasse ein Ticket kaufen. Aber an diesem sonnigen Sonntag, waren wir nicht die einzigen Besucher, und so mussten wir vorerst unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Egal, so nutzten wir die Gelegenheit zu einer Wanderung, die von der Rosslyn Chapel aus startete. Vorbei an einem Friedhof ging es hinunter zu einer Art Schlucht.

In dem mystischen Wald trafen wir auf eine Ruine, die vermutlich früher eine Wassermühle war. Es hätte mich irgendwie nicht gewundert, wenn Robin Hood da irgendwo hervorgesprungen wäre... okay, der lebte in einer anderen Gegend auf der Insel, aber der Wald... na ja, lassen wir das.

Durch die Schlucht (okay, ein Schweizer würde ein Bach mit etwas Felsen drumherum jetzt noch nicht zwingend eine Schlucht nennen, aber für britische Verhältnisse lassen wir das jetzt mal durchgehen) führte der Weg weiter ...
... über Felder...
... zu hübschen Dörfern. Yep, hier hätte ich einziehen können. Allein schon wegen der hübschen Eingangstüre. Die Wanderung dauerte zirka 2,5 Stunden und war als Alternative ganz nett.


Aber zwei Tage später war es dann endlich soweit: Man liess uns eintreten.

Leider durfte man drinnen nicht fotografieren. Aber es gibt ausreichend Material zur Kapelle im Internet, wenn ihr neugierig geworden seid, zum Beispiel auf Youtube:


Was man draussen an der Fassade sieht, ist nichts gegenüber dem Inneren. Die Steinmetze konnten sich in dieser Kapelle so richtig austoben. Unglaublich, was sie geleistet haben und die Geschichten, die hinter jeder Figur stecken, sind spannend und faszinierend zu gleich. Kein Wunder hat diese Kapelle die Fantasie von Dan Brown angeregt. 

Gruselig und schön zu gleich.







Nur dieser neuere Teil, fand ich irgendwie unpassend zum Rest. 
Nach der Besichtigung der Kapelle machten wir uns noch auf den Weg zur Burgruine von Roslin. 

 Okay, viel gab es da nicht mehr zu sehen. Aber wo Ruine draufsteht, ist wohl auch Ruine zu sehen. 👀

Wenn ihr mal in den Nähe von Edinburgh seid, solltet ihr der Rosslyn Chapel unbedingt einen Besuch abstatten. Sie ist es definitiv wert.

Das war's mal wieder für heute. Habt einen guten Start in die neue Woche.
En liebe Gruess

Alex

Sonntag, 28. August 2022

Highland Games

 Natürlich wollten wir während unserer Schottland Reise endlich mal die berühmt-berüchtigten Highland Games sehen. Wir hatten Glück, ganz in der Nähe von Edinburgh, um genauer zu sein in Alva, ging so ein Spektakel über die Bühne. Es war anders als erwartet... vermutlich nicht für Touristen gedacht ... aber es war ein Erlebnis. Und es gab Dudelsackmusik... jupiiiii, da musste ich natürlich hin.

Die Mädels hatten es echt drauf.

Seufz... hätte ich ein Mädel, hätte ich das arme Ding wohl gezwungen, eine schottische Tänzerin zu werden. Gut hat das Universum das verhindert 😁

Keine zu klein, eine schottische Tänzerin zu sein... aaahhh, Zuckerschock pur.

Und er hier hat sich einen Ast abgedudelt. Er liess sich auch nicht beirren, als die Alloa Bowmar Pipe Band ihren Auftritt hatte. Nein, er hatte den Auftrag für die Tänzerinnen zu spielen, also wird gespielt, bis zum bitteren Ende ... auch wenn man ihn kaum noch hörte.



Radrennen über die Wiese... why not? Erstaunlicherweise sind alle heil im Ziel angekommen.

Jump and Smile? Hmm, gehüpft sind die Jungs danach schon ... irgendwie... aber gesmiled? Na ja lassen wir das, sind eben echte Kerle.
Die verschiedenen Länderflaggen, die ihr aufgestellt seht, stehen da, weil an den Wettbewerben verschiedene Nationen teilgenommen haben. 

Hui, was für ein Hüftschwung! Da flattert der Schottenrock im Wind.

Dann kamen sie: The Alloa Bowmar Pipe Band. Da mein Video für Blogger zu gross ist, könnt ihr auf Youtube eine Hörprobe erhaschen.


Kurz darauf sahen wir, wie sich Kinder für ein Rennen aufstellten.


Wir dachten noch, es gehe vielleicht ein oder zwei Mal um das Feld herum. Aber nö, schottische Kinder sind keine Weicheier. Hinter dem Spielfeld begannen nämlich die Highlands (oder so 😎). Die Hill Race hatten gestartet. 
Das hier war die Kinder Edition (unter 12 Jährige), bei welcher mir bereits allein die Vorstellung den Atem raubte, da hinaufrennen zu müssen. Die Erwachsenen Version führte dann deutlich weiter nach oben. Huiuiuiui, die Kleinen hatten meine absolute Hochachtung, als sie verschwitzt und mit schmutzigen Hintern ins Ziel eingelaufen kamen. 

Ja, die Schotten kennen kein Erbarmen. 😂😃😎

Diese Highland Games glichen einem Volksfest und keiner Touristenshow. Es war amüsant, da einzutauchen. Mehr Fotos findet ihr beim Veranstalter: Alva Games (ukctest.co.uk)

In Alva fand ich zudem einen Shop namens Higgeldy Piggledy. Mann, Mann, darin gab es wirklich alles... ausser Platz. Man konnte sich kaum umdrehen, aber ich ging mit einem breiten Grinsen aus dem kleinen Laden, denn ich hatte eeeendlich Tweed-Stoff kaufen können. 

Unser nächstes Ziel war Stirling. Eigentlich wollten wir zuerst Stirling Castle besuchen, doch dann kam das Wallace Monument dazwischen.

Ja, man sieht es dem Foto nicht an, aber es hiess 246 Stufen zu erklimmen und das nachdem man zuerst den Hügel zum Monument hinaufgeschnauft war. 


Unterwegs gab es aber die eine oder andere gemütliche Sitzgelegenheit. Und die 246 Stufen im Turm waren von ein paar Etagen unterbrochen. Das musste auch so sein, denn der Bereich der Treppe war so schmal, dass zwei Personen kaum aneinander vorbeikamen. Daher war es auch nicht erlaubt, einen Rucksack mit hinaufzunehmen.

Aber oben angekommen, entschädigte einem die Aussicht für alles... sofern man Schwindelfrei ist. Booooah, war das hoch! Ich glaube ja ehrlich gesagt nicht, dass die wirklich Gefahr von Räubern und Engländern unten auf der Ebene ausgegangen war, sondern wohl eher von den steilen Stufen hier hoch. Aber vermutlich hatte man schon früher lieber gesagt, dass einer im Kampf ums Leben gekommen war, als dass er beim Treppensteigen gestolpert war... ja, ja, die Geschichte... sie wird auch nur von Menschen erzählt.


Links sind die Hügel, auf welche die Schotten ihre Kinder in den Hillraces jagen. Bei uns würde sich da wohl die KESB einschalten 😁

Schön wars... und am Abend ging's wieder zurück in den heimischen Stall der Eastside Cottages.

Habt einen guten Wochenstart!
En liebe Gruess

Alex

Samstag, 6. August 2022

Von Fledermäuschen und gruseligen Gestalten

 


Heute nehme ich euch mit auf eine Abbey Tour. Burg- und Klosterruinen werden zurzeit in Schottland auf ihre Sicherheit überprüft und es werden Renovierungsarbeiten ausgeführt. Leider nicht ein Gebäude nach dem anderen, sondern gleich so ziemlich alle Ruinen, die da noch rumstehen. Das heisst, dass es viele Absperrungen gibt und man nicht überall rein kann. Jäh nu, eindrücklich war es trotzdem.

Auf dem Weg zum Abbey Dryburgh mussten wir hier einfach halt machen, denn ...


... da muss man doch gucken und geniessen. Oder nicht?


Und dann waren wir da, im mystisch schönen Dryburgh Abbey, in welchem auch Sir Walter Scott seine letzte Ruhestätte fand. 



Plötzlich fühlte ich mich unter diesen steinernen Bögen etwas beobachtet. Yep, dieses Fledermäuschen hat es wohl vor Sonnenaufgang nicht mehr rechtzeitig nach Hause geschafft. Zum Abhängen hat es aber ein wunderbares Plätzchen über Sir Walter Scotts Grab gefunden... oder ist es etwa Sir Walter Scott selbst... Wir werden es nie erfahren. 

Wenn man bedenkt, dass das Kloster ca 1150 erbaut wurde, ist es erstaunlich, dass man heute überhaupt noch etwas davon sieht. Der Ort strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, ganz anders als bei Melrose Abbey. 
Ein bisschen weit weg vom Meer ist er schon, dieser Austernfischer. Aber ihm schien es hier auch zu gefallen.


Der hintere Teil vom Kloster ist von einer Blumenwiese umgeben, durch die Wege gemäht wurden. Es ist wunderbar auf solchen Wiesenwegen gemütlich dahinzuschlendern.



Alter Grabstein. Die Inschriften ziehen mich immer magisch an. Welche Geschichten verbergen sich dahinter, welche Tragödien, welche Liebe, welches Leid, welches Leben?


Weiter ging es nach Melrose. Bevor wir jedoch das Kloster besuchten, musste ich einfach hinter diese Tür linsen. Dahinter verbirgt sich der Klostergarten von Melrose Abbey. 


Der Garten war nicht gross, aber spannend.


Spannend, weil ich wieder Pflanzen entdeckte, die ich noch nie gesehen hatte. 
Wie diese hier. Ich nehme an eine Distel, aber in Gelb?

Und natürlich musste ich mein Gwundernäsli auch kurz in den Schattengarten stecken.
Gepflegt ...


und auch wieder wild. So mag ich's. 

Aber nun auf zum Kloster... das leider auch wieder mit Absperrungen glänzte.
Entlang der Klostermauer erfreuten mein Auge wieder hübsche Blümchen. Ich meine das sei eine Färberhülse... bin mir aber nicht ganz sicher. 

Unter göttlicher Aufsicht gedeihen auch Rosen ganz wunderbar. 


Auch dieses alte Gemäuer fand ich sehr spannend, aber wie bereits erwähnt, strahlte es für mich nicht den Frieden und die Ruhe aus wie Dryburgh. Keine Ahnung woran das lag, denn auch hier waren kaum Touristen unterwegs. Unruhige Seelen vielleicht... 👀

Nicht falsch verstehen, ich fand es dennoch schön und spannend hier. Aber Abbeys wie die Priory von Llanthony oder eben Dryburgh haben eine ganz andere Atmosphäre. Ich kann nicht erklären was genau es ist und lasse es jetzt wohl besser bleiben😊


Beeindruckend fand ich die Arbeiten der Steinmetze. Ganz schön gruselig manche Gesellen, die da vom Gemäuer auf uns Sterbliche herabblicken.




Später auf unserer Reise nehme ich euch noch mit in die Rosslyn Chapel, die dies alles hier in den Schatten stellt. 

Auch die alten Grabsteine von Melrose Abbey erzählen viel.


Beim nächsten Mal nehme ich euch noch mit ins Städtchen von Melrose und zu den Highland Games von Alma. Nun wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende.

Alex