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Samstag, 24. Juli 2021

Burgen und Regen, das können wir auch

 Eigentlich wollten wir Sommer 2021 absagen, denn die Schotten wollten uns auch dieses Jahr nicht (Corona, was sonst). Wenn kein Schottland, dann kein Sommer, fanden wir. 

Wir versuchten uns den Sommer schön zu trinken. Hat nicht wirklich geklappt. Aber es hat uns dazu gebracht, den Schotten etwas zu beweisen: Burgen und Regen können wir auch. Jawohl!



Also haben wir Noah ein letztes Mal geknuddelt, bevor wir uns in das zweite Schottland-Ersatzjahr stürzten:

Stürzen? Von hier oben? Seid ihr verrückt?!!! Allein der Anblick von dieser Bungee Jump Absprungstelle von der Gorges du Pissot hat gereicht um meinen Magen einmal abwärts zu den Zehen und gleich wieder hoch zu den Haarspitzen zu katapultieren.

Um es auf Mundart auszudrücken: Es isch huuuuuueeeeere Höch gsi!
Warum tun sich Menschen so was an?



Okay, schaut nicht sehr schottisch aus, eher französisch. Aber auch das kann die Schweiz und zwar in Aigle.

Schloss Aigle. Den Turm rechts, ja den könnte man durchaus auch in Grossbritannien zu sehen bekommen. 

Nur die roten Geranien zerstören mir meine Illusion von Schottland und natürlich die Weinbau-Ausstellung im Inneren des Schlosses. Aber bitte, keine Details.


Nein, ich bin hier nicht durchgetanzt, obwohl der Gedanke mal ganz kurz in meinem Hirn aufploppte. Ich meine, warum sonst steht so ein toller Raum leer? Aber ich liebe meinen Mann zu sehr, um ihm diese Peinlichkeit zuzumuten. 

Frau wollte wohl auch früher schon warme Füsse haben. Im urchigen Schottland stehen dazu in den Burgen Kamine in der Grösse XXXL... nix pipapo mit Steinöfchen oder so. 

Bestimmt weiss jemand von euch, was das für ein toller Baum ist. Hätte ihn am liebsten ausgegraben und bei mir im Garten wieder gepflanzt. Mein Mann meinte aber, erstens mache man das nicht und zweitens würde es zu lange dauern.

Eine Nahaufnahme zur Baumbestimmung. Bin gespannt, ob ihr irgendwelche Vorschläge habt.

Hochebene nach Schweizer Art. Blick von Rougemont Richtung Château D'Oex.


Wanderung von Rougemont nach Rossinière entlang der Saane.

Mit wackliger Hängebrügge...


... und Wasserfall.

Und dann wollten wir mal hochhinaus. Auf ging's auf die La Videmanette.

Ein Träumchen von einer Wanderung.

Yep, eine Handvoll Schnee war inklusive.


Dann ging's etwas über 1'300 Meter hinunter nach Gstaad. Fragt bloss nicht mein Knie, was es davon gehalten hat... ich hab's auch nicht gefragt, sondern runtergeschleppt.

Umso verdienter war danach das Beine Hochlegen auf dem Mini-Balkönchen mit Blick auf den Berg, von dem wir gerade runter gewandert waren.

Am nächsten Tag ging's auf zu noch glücklichen Schweinchen am Lac Lioson. Da ihre Spielwiese neben dem Restaurant angelegt ist, ist ihr Schicksal wohl bestimmt.


Die Wolken hingen tief, die Stimmung meines Mannes auch. 630 Meter bergauf gehen, bei feuchtwarmen Temperaturen, ohne wunderbare Aussicht dafür mit umso mehr Sonntags-Ausflüglern... das war zu viel des (Un)Guten.

Die erfrischende Dusche beim See wollte er auch nicht nutzen. Wir haben sie diesen beiden überlassen und sind weiter den Berg hinaufgekraxelt. Die meisten Touristen haben wir beim See zurückgelassen

Ist doch hübsch, weiss gar nicht, was mein Mann da zu maulen hatte. Aber die Stimmung wurde von Schritt zu Schritt besser.


Denn die Landschaft wurde spannender und unterwegs begegneten uns sogar ein paar Gämse... okay zugefütterte, aber wir wollen jetzt mal nicht kleinlich sein.


Was habe ich mich auf den Lauenensee gefreut, denn immerhin meinten die Musiker von Span, sie wollen noch mehr an den Louenensee (wie oft habe ich diesen Songtext mitgegröhlt). Dürfen sie gerne, ich nicht. Zu viele Touristen, zu langweiliger Trampelpfad. Ja, ist ja nett anzusehen, aber wer von der La Videmanette zuvor landschaftlich so verwöhnt wurde, wird ein bisschen anspruchsvoll.

Dann holten die Regenwolken uns ein und es war ein Schlechtwetterprogramm aus dem Ärmel zu schütteln: Schloss Gruyeres bot sich da an. Während mein Mann dort Aliens besichtigte (ich dachte eigentlich, mein morgendlicher Anblick reiche aus, um ihn zu erschrecken) ...


... schaute ich mir das Städtchen an. Hübsch oder?


Wer braucht schon Aliens wenn er den Weg der Toten (Charrière des Morts) vor sich hat *tschudder*. Meine Fantasie galoppierte mal wieder munter los und ab durch das Tor.

Das Schloss aus Sicht der Toten.

Auch Kunst können wir.


So wie ich mich vor Aliens grusle, gruselt es meinen Mann hiervor. Er nennt es Kitsch... ein Alptraum.

Ja, okay, ein bisschen kitschig ist es schon, aber wie ich finde, sehr kunstvoll gemacht. Während ein Alien einfach aus einem Ufo fällt... ach, lassen wir das.


Ich liebe den Humor desjenigen, der das Schloss ausgestattet hat. Es schien schon früher so gewesen zu sein, dass die Katze den grössten Teil des Bettes in Anspruch nahm... das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Ein Traum für jeden Buchsbaumzünsler. Ich weiss, es passt zum Schloss, ist aber definitiv nicht meins. Mir fehlt hier auch eine abwechslungsreichere Bepflanzung. In den Kreisen hätte ich zumindest ein paar Trauerrosenbäumchen gepflanzt. Auch wären ein paar höhere Pflanzen, wie zum Beispiel Goldmelisse, Salbei, winterharte Fuchsie, etc. spannend gewesen. So wirkt es auf mich laaaaangweilig. Aber ich weiss, ist Geschmacksache.

Aber die Kunstobjekte im Schloss waren wirklich spannend.


Weiter ging's nach Montreux. Erst als wir dort waren, bemerkten wir, dass gerade Jazz Festival Zeit war. Leider lief aber tagsüber nix und um abends herzukommen, waren wir dann doch wieder zu  weit weg. 
So haben wir also diesen beiden Gesellschaft geleistet. Sie waren etwas wortkarg, wohl zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Man, dann sucht euch doch ein Zimmer!😀

Ausser der Seepromenade hat uns Montreux ehrlich gesagt nicht sooo besonders gefallen. Zuviel Verkehr, zu wenige Gassen mit hübschen Kaffees und kleinen Läden... aber vielleicht war auch der Regen daran schuld oder wir haben einfach nicht gewusst, wo diese zu finden wären. 


Der Regen hat uns dann auch dazu veranlasst unsere Ferien einen Tag früher abzubrechen und nach Hause zum Katerchen zu fahren. Denn Regen können wir auch zuhause.


Ein paar Curling Mist Socken sind in dieser Zeit fertig geworden. 


Und ein neues Projekt namens "Bugingham Palace" wurde in Angriff genommen. Der Insektenpalast ist aber noch längst nicht fertig, zumindest der Teekessel mit dem Hopfenoregano ist schon mal aufgesetzt.


Ist er nicht bezaubernd, der Hopfen-Oregano? Und man kann ihn tatsächlich auch zum Würzen benutzen.

Sie hier wartet wohl auch schon sehnsüchtig auf die einziehenden Gäste 👀 im Insektenpalast und ich nehme an, sie würzt diese auch mit einer Prise Oregano.


Wir geniessen den Sommer 2021 wie er ist...


...und zur Not schreibe ich mir halt mein Schottland zurecht. Natürlich immer streng beaufsichtigt von Katerchen Noah.


Okay, das war eine kurze Aufsicht. Ich gehe mal davon aus, er träumt nicht von Lochs, Castle, Whisky und Co, sondern von klitzekleinen, blitzschnellen Schweizer-Mäuschen, die er als Catman natürlich alle erwischt.


Das ist übrigens mein Ausblick vom Schreib-Liegestuhl.


So, nun wünsche ich euch allen einen nicht allzu stürmischen restlichen Sommer und wenn es doch mal zu warm werden sollte, macht es doch wie unsere Kröte Helga und gönnt euch eine erfrischende Dusche.

Alex

Sonntag, 12. Juli 2020

Auf Schottland Entzug


Unser Chefgärtner findet es super, dass unser geplanter Schottland-Urlaub in diesem Jahr ins Wasser fiel. So hat er seine Bauchkrauler ganz für sich.


 Nun ja, nicht ganz, ein paar Tage Engadin mussten als Ersatz herhalten.

Fast wie in den Highlands?

Na ja, nicht ganz. Hier wuseln Murmelis herum, statt Fasane und Kaninchen.

Aber Landschaftlich kommt es auf dem Albula-Pass schon fast hin... fehlt nur noch die Dudelsack-Musik.


Okay... die Architektur stimmt auch nicht ganz überein. Aber wer will schon kleinlich sein?

Eine Woche später zog es uns in das Weltkulturerbe Tektonikarena Sardona. Von der Tschinglenalp gings hinauf auf den Firstboden.

 Eine traumhaft schöne Wanderung.

 Ausblick auf das Martinsloch.

 Der Aufstieg ist steil, aber bei der Aussicht jammert niemand.

 Der Rückweg nach Elm führt durch die Tschinglenschlucht... sehr spannend.


Spannend ist auch das abendliche Treiben der Stachelgesellen. Gestern zählte ich gar fünf Igelchen, die durch unseren Gwundergarten streiften. Gerne machen sie halt unterhalb der Vogelfutterstellen, weil die verwöhnten Vögel immer mal ein paar Sonnenblumenkernen fallen lassen. Aber bei uns verkommt nix.



 
Wildwuchs, der etwas Aufsicht benötigen würde, denn...


obwohl ich alles gut beschildert habe...

 ... halten die Schleimis sich nicht an die Regeln. Okay, es könnte vielleicht daran liegen, dass sie zu klein sind, um das grosse Schild lesen zu können. Hmm, vielleicht sollte ich mal mit dem Megafon rausgehen und das Schnecken Verbot herausbrüllen... die Nachbarn wären bestimmt begeistert.

 Diese Ecke lassen die Schleimis in Ruhe. Oder die Igel sorgen dafür, dass hier nicht alles weggemampft wird.

Ja, ein paar wenige blühen noch.


 Und manche werden als himmlischduftendes Bett genutzt.

Die Lichtnelke leuchtet wieder.


 Obwohl ich wegen dem späten Frost dachte, das wird in diesem Jahr nix mit den Hortensien, belehren sie mich eines Besseren. Mir soll's recht sein.

 
 Was das riesen Ehrenpreis Lavendelturm im Sinn hat, muss ich wohl nicht verstehen. Vielleicht wollte es hinaustrompeten, dass es diesen bisher herrlichen Sommer einfach mag.


So sollte es eigentlich aussehen. 


Da wir in diesem Jahr nicht verreist sind, konnte ich endlich die Nähmaschine mal wieder rattern lassen. Den Stoff für dieses Kissen hatte ich vor Jahren in London gekauft.

Diese praktische Tasche, in die man sogar einen Laptop reinbekommt, hatte ich bereits in den Weihnachtsferien begonnen. Aber dann galt es ein Buch fertigzustellen und dieses und jenes kam dazwischen. 

Hatte schon fast nicht mehr daran geglaubt, sie endlich fertigstellen zu können. Aber nun ist es geschafft und sie wird in mein kleines Shöppli wandern.

Sie hat zwei Aussentaschen und auch zwei Innentaschen (letztere allerdings ohne Reissverschluss). 

Die obere Aussentasche ist gross genug, um darin ganz praktisch eine Geldbörse verschwinden zu lassen, so dass man sie immer schnell zur Hand hat und nicht lange die Tasche nach ihr durchwühlen muss.


Auch zum Seifensieden blieb mal wieder Zeit. Schon lange wollte ich ein Rezept ausprobieren, das ohne Palmfett und ohne Parfümöl auskommt. Mit dieser Rosenseife ist es mir gelungen. Sie besteht aus Kokosfett, Kakaobutter, Aprikosenkernöl, Mangobutter, Rapsöl, Reiskeimöl, Rizinusöl, Rosenwachs, rosa Tonerde. Auch zwei weitere Rezepte sind gelungen, auch wenn farblich bei allen dreien noch Luft nach oben ist. 

Nun wünschen wir allen einen genussvollen Sonntag und wenn ihr noch etwas Lesestoff für die Ferien benötigt, findet ihr einen Tipp in meinem Buechkafi.

Alles Liebe

Alex & Noah